Schiffswracks

in den Weltmeeren

 

Wrackfunde in den Ozeanen

Schiffswracks – Schätze aus der Tiefe der Weltmeere

 

Schiffswracks sind mit atemberaubenden Geschichten von starken Stürmen, Überfälle von Seeräubern und Katastrophen ihrer Havarie verbunden. Natürlich kann man in diesen Schiffswracks auch interessante Gegenstände finden. Wer träumte noch nicht von dem Fund eines Goldschatzes, oder von Juwelen, Silbermünzen oder andere Reichtümer auf einem der gesunkenden Schiffe. Jeder der sich mit Schiffswracks näher auseinandersetzt, wird von der Unterwasserkulisse dieser gesunkenden Schiffe fasziniert. Diese Fazination ist es, die viele Schatzsucher weltweit in die Tiefe der Weltmeere lockt.

Gemäß Schätzungen von Kunsthistorikern, liegen etwa 3 Millionen Schiffswracks in den Tiefen der Ozeane. Wenn man den Angaben der Fachwelt glauben darf, hatten rund zehn Prozent dieser Schiffswracks eine wertvolle Fracht an Bord. Der Wert dieser versunkenden Ladungen wird auf 35 Milliarden US-Dollar geschätzt.

 

Schiffswracks als Zeitzeugen

 

Schiffswracks sind Zeugen der Zeitgeschichte, sie geben uns Auskunft über den Zeitraum ihrer Herstellung und Einsatzart sowie Einsatzzeitraum in denen sie die Ozeane befuhren. Segelschiffe, Passagierschiffe, Piratenschiffe und Handelsschiffe versanken in den vergangenden Jahrtausenden in den Weltmeeren.

In der heutigen Zeit können altertümliche Schiffswracks dank neuzeitiger Technologien leichter aufgefunden und ergründet werden. Beispielsweise gibt die Holzbeplankung den Historikern Auskunft über das Baujahr des versunkenden Schiffes.

Aus Ägypten stammt die älteste schriftliche Überlieferung einer Schiffshavarie aus dem Jahre 2000 v. Chr.. Ein mit Kupfer beladenes Frachtschiff kam in einem schweren Sturm, und versank im Roten Meer. Da der Verfasser des auf einer Papyrusrolle erstellten Unfallberichts der einzige Überlebende des Unglücks war, ist bekannt, das die 120 köpfige Besatzung samt Kupferladung versank.

Um 1200 v. Chr. wurde das „Gelidonya-Schiff“ gebaut. Das neun Meter lange phönizische Schiff segelte im Pendelverkehr als Transporter zwischen der zyprischen Insel und der Türkei. Es versank mit seiner Ladung von ca. 1500 Kg Kupferbarren vor dem türkischen Ferienort Bodrum. Dort wurde das Schiffswrack im Jahr 1959 gefunden.

Ebenfalls bei Bodrum entdeckte man im Jahr 1972 ein um 1400 v. Chr. gebautes Schiff. In dem Schiffswrack fanden Taucher eine aufklappbare Tafel aus Holz, dieses Logbuch ist nach Erkenntnissen der Unterwasserarchäologie das älteste der Welt. Beide Utensilien (Schiffswrack, Logbuch) sind im Bodrumer Museum besichtigen.

Schiffswracks Irving Johnston

Ursachen der Untergänge

 

Die Seefahrt auf den Weltmeeren ist bis zum heutigen Tage mit Gefahren jeglicher Art verbunden.

Bei den Schiffskatastrophen spielt der Mensch als Fehlerquelle eine Hauptrolle.

Fehler bei der Navigation kann für das gesamte Schiff nebst Besatzung zu schwerwiegender Havarie führen.

Sei es ein kollidieren mit einem anderen Schiff, oder das rammen eines Eisberges oder das Auflaufen auf einem verborgenen Riff.

Bei einem schlecht ausgerüsteten oder in seiner Funktion beeinträchtigtes Schiff, ist die Wahrscheinlichkeit, dass es zu einer Havarie kommt, sehr groß.

Weitere Ursachen für Schiffshavarien können schlechte Wetterbedingungen wie Stürme, Nebel und meterhohe Wellen sein.

Wer der Meinung ist, das die nichtberechenbare Natur auf den Weltmeeren die meisten Opfer forderte, der irrt.

Durch die Seekriege und den Piratenüberfällen verloren mehr Menschen ihr Leben, als durch die Naturkatastrophen auf hoher See.

Daher sind Wracks von Handelsschiffen und Kriegsflotten häufiger auf dem Grund der Weltmeere zu finden.

Schätze unter Wasser

 

Wie schon Eingangs erwähnt, beläuft sich der Wert der versunkenen Schiffsladungen auf 35 Milliarden US-Dollar weltweit. Die spekulativsten Schiffswracks sind:

Im Jahr 1512 sank in der zwischen Indonesien und Malaysia gelegenen Straße von Malakka die portugiesische „Flor de la Mar“. Der Wert der Schiffsladung (Rubine, Diamanten, Goldbarren, Edelsteinen besetzten Statuen) wird um die sieben Milliarden US-Dollar geschätzt. Bis heute wurde dieser große Schatz allerdings noch nicht gefunden.

Vor der Küste von Texas sanken im Jahr 1553 bei Padre Island 16 spanische Galeonen. Die Schiffsladungen bestand aus Edelsteinen, Juwelen, Gold- und Silberbarren. Die Fachwelt beziffert den Wert der Ladungen auf 1,8 Milliarden US-Dollar.

Schiffswracks - Silberbarrenfund vor der Küste Irlands
Dagegen fällt der Wert der versunkenen Ladung der „La Cinque Chagas“ mit 42 Millionen US-Dollar sehr bescheiden aus. Das portugiesische Schiff havarierte 1594 bei den Azoren. Die Fracht enthielt: Elfenbein, Goldbarren, Perlen, Diamanten und Porzellan. Es ist daher nicht verwunderlich, dass viele Abenteurer von den Schatzfunden am Grund der Weltmeere profitieren wollen.
Schiffswracks - Thistlegorm im Roten Meer mit Kriegsfracht

Berüchtigte Gewässer für die Schifffahrt

 

Schiffswracks sind natürlich nicht gleichmäßig auf dem Meeresgrund verteilt. Es gibt spezielle berüchtigte Gewässer, die das Schicksal vieler Schiffe und deren Besatzungen besiegelt haben. Zu dieser Kategorie gehören die im Süden der britischen Insel auf Höhe des Ärmelkanals gelegenen Scilly Inseln mit ihren gefährlichen Felsenkliffs.

Durch Unwetter sowie dichtem Nebel wurden die Riffe und Felsen zu spät von den Schiffsbesatzungen erkannt. Dabei versank 1875 das Passagierschiff Schiller und 1907 der Sieben-Master T.W. Lawson  vor den Inseln. Von den etwa 2000 Schiffswracks rund um den Scilly Inseln, sind dies die bekanntesten Wracks.

Die Karibik wird durch die Antillen vom atlantischen Ozean abgegrenzt. Ihr Gebiet umfaßt die Bahamas und reicht bis zum südlich gelegenden Surinam. Natürlich gehört die Karibik auch zu den berüchtigten Gewässern.

Mit über 6000 m Meerestiefe und den gefährlichen Riffen bietet das karibische Meer für die Seeschifffahrt ein großes Gefahrenpotenzial. In der Karibik tobten während der Jahrhunderte heftige Seegefechte, die mit verantwortlich für die dort vielen vorhandenen Schiffswracks sind. Besonders wurden im 16. Jahrhundert die Handelsflotten von Piraten überfallen.

Schiffswracks im Bermuda-Dreieck

Bermudadreieck

Kohleschiff USS Cyclops

Die USS Cyclops (AC-4) der United States Navy verschwand am 4. März 1918 nach dem Auslaufen aus Barbados unter bislang ungeklärten Umständen im Gebiet des Bermudadreiecks. Man geht zwar davon aus, dass das Kohleschiff, das ungünstig beladen war und einen Maschinenschaden hatte, in einem plötzlich aufziehenden Sturm gesunken ist; jedoch fehlt bis heute von dem Schiff und den 306 Menschen an Bord jede Spur. Ein Wrack wurde nie gefunden.

Marine Sulphur Queen

1963 verschwand das Tankschiff Marine Sulphur Queen mit 39 Mann Besatzung. Fundstücke und die letzten Funkverbindungen deuten darauf hin, dass das Schiff westlich von Key West und damit außerhalb des als Bermudadreieck bezeichneten Gebiets sank. Der über 20 Jahre alte Tanker war mit 15.000 Tonnen flüssigem Schwefel beladen und nach Angaben der US-Küstenwache bereits in den Monaten zuvor bei mehreren Wetterereignissen schwer beschädigt worden.

Aber wo wurden denn bisher nenneswerte Schätze

aus der Tiefe des Meeres geborgen?

 

Natürlich in der Karibik!

Das Karibische Meer nebst Atlantik beherbergt wohl mehr als 100.000 Schiffswracks, die in dem Zeitraum von hunderten von Jahren dort versunken sind. Bedingt durch die Ausbeutung Amerikas, wurden die dort entdeckten Schätze per Schiff in das Mutterland der Eroberer gebracht. Das wussten auch die Piraten, und überfielen die mit wertvollen Schätzen beladenen spanischen Schiffe. Leider versanken bei den Schiffskaperungen mehr wertvolle Frachtladungen als die Freibeuter rauben konnten. Gemäß Schätzungen von Experten beläuft sich der Gesamtwert der auf dem grundliegenden Schiffsladungen auf mehrere Billionen Euro.

Im Jahr 1985 entdeckte Wrack der „Nuestra Señora de Atocha

Die größten Schatzfunde im 20. Jahrhundert gehen auf das Konto von US-Amerikanern. Wobei Mel Fisher der erfolgreichste Schatzsucher war. Er entdeckte im Jahr 1985 das spanische Schiffswrack der 1622 gesunkenden „Nuestra Señora de Atocha vor Floridas Küste. Dieses Schiff sank während eines Orkans und riss seine Frachtladung bestehend aus: Über 200 Stück Goldbarren und über 1100 Silberbarren (Stückgewicht von 15 Kg bis 37 Kg), Goldketten, Anhänger, Silber- und Goldringe, Juwelen, ein smaragdverziertes Kreuz sowie Waffen des 17. Jahrhunderts mit in die Tiefe der Karibik. Gesamtwert des spektakulären Fundes wird mit über 400 Millionen US-Dollar beziffert.

Im Juli 1984 fand Barry Clifford die „Whydah“

Im Jahr 1717 lief die „Whydah“, ein Piratenschiff vor Cap Cod auf einer Sandbank und sank etwa 150 Meter vor Marconi Beach. Im Juli 1984 fand Barry Clifford eine Münze, die aus der versunkenen Fracht stammt. In den Ladelisten der „Whydah“ fand Barry Clifford Unterlagen über 4,5 Tonnen Goldsand, die sich zum Zeitpunkt der Havarie an Bord befanden. Die geborgenen Schätze hatten einen Wert von 40 Millionen US-Dollar.

„Nuestra senora de la Concepcion“

Ebenfalls im 20. Jahrhundert fanden die Schatzsucher Webber und Huskins ein weiteres große Schiffswrack. Die im Jahr 1641 vor Haiti untergegangene Galeone „Nuestra senora de la Concepcion“. Ihre Fracht bestand aus: Silberbarren von 32 Tonnen Gewicht, antiquarisches Porzellan und Goldschmuck. Der Wert der Fracht betrug bei seiner Bergung im Jahr 1977 runde 14 Millionen US-Dollar.

Im Jahr 2007 wurde der größte Schatz entdeckt

Der größte Schatz gemäß Expertenauskunft wurde im Jahr 2007 entdeckt. Im Mai des selben Jahres verkündete das Bergungsunternehmen Odyssey Marine Exploration etwa 500 000 Stück Gold- sowie Silbermünzen in einem Wrack gefunden zu haben. Der Name des Schiffswrack sowie der Fundort wurden geheim gehalten. Diese Meldung wurde erst verbreitet, nachdem die geborgenen Schätze in die Vereinigten Staaten eingelagert wurden.

Ein Gericht in Florida entschied im Dezember 2009 das der von Odyssey Marine Exploration entdeckte Schatz im Gesamtwert von 400 Millionen US-Dollar innerhalb von 10 Tagen an seinem rechtmäßigen Besitzer zurückzugegeben ist. Auch das Berufungsgericht sprach dem spanischen Staat im Jahr 2012 die Eigentumsrechte zu. Per Flugzeug wurden am 12. Februar 2012 der 17 tonnenschwere Schatz nach Madrid geflogen. Somit war der Rechtsstreit nach fünf Jahren beendet.

Wertvolle Wrackfunde in den Jahren 2009 bis 2012

 

Im Sommer 2009 meldete die Presse den Fund eines 1.500 Kg schweren Schatzes, bestehend aus Edelsteinen, Gold, Silbermünzen und antikes Porzellan. Deutsche Taucher haben das Wrack der „Forbes“, ein im Jahr 1806 gesunkenen Piratenschiff, bei Kalimantan entdeckt. Nur die Silbermünzen sollen schon zehn Millionen US-Dollar wert sein.

Die Bergungsfirma „Deep Blue Marine“ hat im Küstenbereich der Dominikanischen Republik im April 2011 das Wrack eines aus dem 16. Jahrhundert stammenden Schiff entdeckt. Die kostbare Fracht enthielt: Silbermünzen, Statuetten und Ritualgegnstände. Die Behörden wurden von „Deep Blue Marine“ über den Fund informiert. Der Erlös wird zu gleichen Teilen an die Dominikanischen Republik und dem Bergungsunternehmen verteilt.

Die „SS Gairsoppa“, ein britisches Handelsschiff, dass im Jahr 1941 von einem U-Boot versenkt wurde, wurde in 4.700 Metern Tiefe entdeckt. Dies gab das amerikanisches Bergungsunternehmen „Odyssey Marine Exploration“ im September 2011 bekannt. Die Ladung bestand aus 198 Tonnen Silberbarren, deren heutiger Wert 36 Millionen US-Dollar entspricht. Das Bergungsunternehmen schloß mit der britischen Regierung einen Bergungsvertrag, welcher der „Odyssey Marine Exploration“ 80 Prozent des Erlöses zusagte. Die komplette Ladung von 2817 Stück Silberbarren wurde bis auf 25 Stück geborgen.

Vom gleichen Bergungsunternehmen wird im Oktober 2011 der Fund der „Mantola“, ein britisches Schiff gemeldet. Dieses Schiff wurde 1917 von U-81, einem deutschen U-Boot versenkt. An Bord befanden sich 17 Tonnen Silberbarren, deren Wert bei 20 Millionen US-Dollar liegt.

Im Jahr 2012 ortete Greg Brooks das Wrack der „Port Nicholson“, einem vormals britischen Handelsschiff, in einer Tiefe von 213 Metern. 1942 vor Cape Cod (USA) von einem U-Boot versenkt, birgt es in seinem Wrackinneren eine ca. drei Milliarden US-Dollar wertvolle aus Platin bestehenden Fracht. Mit den Platinbarren wurde den Amerikanern von den Russen im Rahmen eines Beihilfeabkommens eine Waffenlieferung (2. Weltkrieg) bezahlt.

Anmerkungen

 

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